Die Klimakrise ist auch in Mödling längst spürbar, nicht erst seit den knapp 40 Grad Ende Juni. „Die zunehmende Hitze wird für die Bevölkerung zu einer immer größeren Gefahr, die die Gesundheit belastet und gefährdet. Daher ist die Anpassung an die neuen Gegebenheiten durch die globale Erwärmung enorm wichtig“, stellt Bürgermeisterin Silvia Drechsler klar.
Die Stadtgemeinde Mödling unternimmt viel, um selbst bis ins Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Doch dies reicht längst nicht mehr aus. Aus diesem Grund wurde das Gesundheitsreferat unter Stadtrat Stephan Schimanowa beauftragt, alle bisherigen Aktivitäten der Stadt zusammenzuführen und in Kooperation mit der Verwaltung einen Hitzeplan für Mödling auszuarbeiten. Dazu fiel nun der Startschuss, um die Bevölkerung bestmöglich auf zukünftige Hitzeperioden vorzubereiten. In einem ersten Schritt trafen sich alle wesentlichen Vertreter:innen aus Stadtverwaltung und Politik, um bestehende Informationen sowie Pläne zusammenzuführen. „Gemeinsam wird jetzt der Status Quo erhoben sowie Best Practice-Beispiele aus anderen Gemeinden gesichtet und auf Mödling umgelegt“, informiert Schimanowa.
Gesundheits-Stadtrat Stephan Schimanowa, Sonderschulgemeinde-Obfrau Gemeinderätin Nicole Kolar, Vizebürgermeister Rainer Praschak, Mittelschulgemeinde-Obfrau Gemeinderätin Sabine Karl-Moldan und Stadtrat Michael Danzinger (von links) arbeiten gemeinsam am Hitzeaktionsplan für Mödling.
Kühle Räume im ganzen Stadtgebiet geplant
So soll es ein Netz von „Kühlen Räumen“ über ganz Mödling geben, in dem sich Personen kostenlos aufhalten können. Erste Gespräche mit möglichen Partner:innen gibt es bereits. Die wertvollen, bestehenden Angebote der Kirchen sollen hier natürlich ebenfalls weiter genutzt werden.
Ebenfalls wichtig sind zusätzliche Kühlungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum - durch zusätzliche Beschattung, neue beschattete Sitzgelegenheiten oder Wasserstellen. Nach dem Vorbild der Stadt Baden soll auch die Wirtschaft ins Boot geholt werden und Betriebe gekennzeichnet werden, in denen kostenlos Trinkwasserflaschen aufgefüllt werden können.
Zusätzlich wird die Installierung eines Kälte-Telefons oder ähnlicher Dienstleistungen verbunden mit einem Shuttledienst für die vulnerablen Bevölkerungsgruppen geprüft. Alle Maßnahmen sollen in weiterer Folge auf allen zur Verfügung stehenden Kommunikationskanälen der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden.
Klimatisierung von Kindergärten und Schulen
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Kühlung der Schulen und Kindergärten. Erste Kostenschätzungen werden bereits eingeholt, um die Gebäude schnellstmöglich und nach Dringlichkeit zu klimatisieren. Da auf vielen Kindergärten bereits PV-Anlagen installiert sind, wäre der Betrieb auch kostensparend möglich. Auch die Mittelschul- und Sonderschulgemeinde wissen um die Notwendigkeit der Klimatisierung ihrer Gebäude. Sie unterstützen nicht nur die Bestrebungen der Stadtgemeinde, sondern sind wichtige Partner in der Umsetzung des Hitzeaktionsplans. „Gemeinsam wollen wir die Klimatisierung unserer Bildungseinrichtungen umsetzen. Es ist eine Initiative für unsere Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte“, meint die Obfrau der Mittelschulgemeinde Gemeinderätin Sabine Karl-Moldan.
Klima-Stadtrat und Vizebürgermeister Rainer Praschak betont abschließend, dass Hitzevorsorge „längst keine Zukunftsfrage mehr ist, sondern eine konkrete und vor allem gegenwärtige Aufgabe für unsere Stadt ist. Wir arbeiten daher an einem Bündel von Maßnahmen und dort, wo es notwendig ist auch an technischen Lösungen wie die Klimatisierung von Kindergärten und Schulen. Gerade Kinder, aber auch ältere Personen brauchen in besonders heißen Wetterphasen unseren besonderen Schutz“.
Kick-Off zum Hitzeaktionsplan: Stadtrat Stephan Schimanowa mit Gemeindeschwester Katharina Aigner, Sozialamtsleiterin Doris Hickelsberger, Stadtplanungs-Referatsleiterin Marita Widmann, Energie-Beauftragter Daniel Rotter, Facility Management-Abeteilungsleiter Stellvertreter Klaus Pilz, Lukas Schäfer vom Zivil- und Katastrphenschutz Mödling und Sicherheitsbeauftragter Christian Fröhlich (von links)