Eine tragische Posse von Peter Preses und Ulrich Bechers, in einer Inszenierung von Bruno Max.
Der Fleischhauer Karl Bockerer ist schon ein bisserl enttäuscht, als er an seinem Geburtstag aufwacht: Es ist der 20. April 1938, aber statt der erwarteten Familienfeier begeht seine Frau Binerl nicht seinen, sondern „Führers Geburtstag“, und sein Sohn Hans präsentiert schneidig seine SA-Uniform, bevor er zu einem Aufmarsch ausrückt. Zeiten sind das! Und die wöchentliche Tarockpartie mit dem netten Doktor Rosenblatt soll künftig auch nicht mehr stattfinden können? Und als ihm der Herr Polizeiinspektor auch noch erklärt, dass man an einem Feiertag wie diesem die Fleischhauerei geschlossen halten und stattdessen die Hakenkreuzfahne heraushängen muss, ist ihm der Tag endgültig versaut. Aber es wird bald noch schlimmer kommen …
Der "Bockerer" ist keine Dokumentation über den typischen Österreicher und sein Verhalten während der Nazizeit, sondern stellt einen identitätsstiftenden wenn auch etwas zweifelhaften Archetypus märchenhaft auf die Bühne: den „echten” Wiener, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, während die Welt um ihn in Schlechtigkeit und Chaos versinkt.
Termine: 9., 14.-16., 19., 21.-23. Mai, jeweils 19.30 Uhr und 17. Mai, 17 Uhr. Karten: +43 2236 42999 .